Wein - die Rebsorte Clinton

Clinton (Riparia-Labruska-Blendling)

Die rote Rebsorte (auch Plant des Carmes, Plant Pouzin und Worthington) ist eine wahrscheinlich natürliche Kreuzung zwischen Varietäten der amerikanischen Spezies Vitis labrusca und Vitis riparia und damit eine amerikanische Hybride. Ein Sämling wurde schon um 1835 im Staate New York entdeckt und selektioniert. Die früh reifende und starkwüchsige Sorte mit kleinen, fast schwarzen Beeren erbringt dunkle Rotweine mit stark ausgeprägtem Fox-Ton*. In Böden, wo mäßiger Kalkgehalt vorhanden ist, entwickelt sie eine außerordentliche Vegetationskraft. Die Resistenz gegen die Reblaus ist hoch. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie nach der Reblaus-Katastrophe in Nord-Italien und in der italienischen Schweiz angebaut, wo sie auch heute noch häufig anzutreffen ist. Wahrscheinlich ist sie zu der Zeit auch nach Valousset gekommen.

Der Geschmack der Labrusca-Trauben ist waldbeerig, und ihre Weine sind wohlriechend. Im Tessin und in Norditalien, speziell im Hinterland von Triest, dem weltbekannten Weinbaugebiet "Collio" und in der Gegend um Gorizia, der ehemaligen Grafschaft Görz, gibt es Clinton als Tafeltraube mit ebenfalls markantem, äußerst würzigen Geschmack. In den lombardischen Hausgärten, wo sie als Obst wächst, heißt sie einfach "Uva americana", das Volk nennt sie auch "Uva fragola", "Erdbeertraube", denn genau diesen Geschmack besitzen die Labrusca-Weine und ihre Verwandten.
Zur Klarstellung: Der bekannte italienische "Lambrusco" - Wein ist nicht mit den Weinen der Wildrebe "Vitis labrusca" verwandt.
Wem Clinton als Tafeltraube schmeckt, findet im Clinton-Wein sozusagen einen alten Bekannten, allerdings ist der fruchtige Traubengeschmack so vorherrschend, daß man meint, einen Clinton-Traubensaft zu trinken, der etwas Alkohol enthält.

Siehe auch den Bericht von Germain Derocles "Ein Leben in Valousset".

*Die meisten Weine von der Ostküste Nordamerikas haben einen für den Europäer fremdartigen Geschmack, da sie nicht von den europäischen "Vitis Vinifera"-Reben, sondern von den uramerikanischen Formen und ihren Hebriden stammen. Gewöhnlich heißt es, die "Labrusca" - Weine und die Weine der Labrusca-Abkömmlinge hätten einen "Fox-Geschmack" auch "Foxton" oder "foxisch" genannt -, der an den Geruch im Umfeld eines Fuchsbaus erinnere, wohl der Geruch des nassen Fuchsfells. Der Weinkenner liebt offensichtlich den drastischen Vergleich. So sagt man in Südafrika zum Shiraz (was dasselbe ist wie der bei uns bekannte Syrah): "Schmeckt wie nasser Sattel". Prost!


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